TrinkwassermonitorWasserdetektiv

Datenlücke: Was im Trinkwasser-Bericht fehlt

Fall 4 · Die Lücke

Was wissen wir nicht – und warum ist das wichtig?

Das lernst du
Fehlende Angaben erkennen und richtig benennen
Am Ende hast du
Ein Lücken-Report
Empfohlen für
Klasse 5–10, mit Varianten für jüngere und ältere Klassen

Was eine Datenlücke ist

Ein Prüfbericht nennt nicht immer alle Stoffe. Fehlt ein Stoff, schreiben wir „nicht im Bericht“. Das heißt nicht „nicht gemessen“ und auch nicht „nicht im Wasser“.

Nicht in unserem Datensatz gefunden. Was wir wissen: kein öffentlicher Wert in den ausgewerteten Berichten. Was wir nicht wissen: ob der Stoff im Wasser vorhanden ist.

Für 7 Kernparameter zeigt jede Projektseite, ob es eine Angabe gibt: Nitrat, Nitrit, Blei, Kupfer, Arsen, Uran, PFAS.

Lücken-Jagd: fünf Fragen

  1. Welche Kernparameter stehen für deine Stadt im Datensatz?
  2. Welche Kernparameter fehlen?
  3. Gibt es einen PFAS-Wert? Wenn ja: Von wann ist er?
  4. Welches ist das älteste und welches das neueste Messdatum?
  5. Welche Frage würdest du dem Wasserversorger zu einer Lücke stellen?

Beispiel: Lücken-Report Absberg

Dieses Beispiel ist nach einer festen Regel gewählt: der Ort mit den meisten Kernparametern unter allen Orten, bei denen mindestens einer fehlt (damit Fall 4 eine Lücke zeigen kann); bei Gleichstand der alphabetisch erste. Es sagt nichts über die Wasserqualität des Ortes.

Für diese Stadt liegen Angaben zu 6 von 7 Kernparametern im ausgewerteten Datensatz vor.

Ohne Angabe: PFAS

PFAS: kein Wert im ausgewerteten Datensatz. Ob PFAS im Wasser ist, wissen wir daraus nicht.

Messdatum aller Werte: 25. Oktober 2022.

Den ganzen Lücken-Report Absberg ansehen

Diskussion in der Klasse

Jemand sagt das über eine Stadt, deren Bericht keinen PFAS-Wert nennt. Darf man das so sagen?

PFAS ist hier unbedenklich.

Auflösung

Nein. Ohne Wert gibt es keine Grundlage für „unbedenklich“. Richtig wäre: Der ausgewertete Bericht nennt keinen PFAS-Wert. Ob PFAS im Wasser ist, wissen wir daraus nicht.

Fehlschluss: Nennt der Prüfbericht keinen Wert, ist das Wasser nicht belastet.

Richtig ist: Es heißt nur, dass der veröffentlichte Bericht den Stoff nicht nennt – nicht, dass nicht gemessen wurde, und nicht, dass nichts enthalten ist. Fragen Sie im Zweifel beim Wasserversorger nach.

Quelle: Trinkwassermonitor: Methodik, Abschnitt „So lesen Sie unsere Angaben“

Fragen an den Wasserversorger

Eine Lücke gefunden? Mit diesen Fragen kannst du beim Wasserversorger nachfragen. Schick sie nur gemeinsam mit deiner Lehrkraft ab.

  1. Ist [Stoff] im jüngsten veröffentlichten Prüfbericht für [deine Stadt] enthalten?
  2. Welches Messdatum gilt für die Werte im aktuellen Prüfbericht für [deine Stadt]?
  3. Wo veröffentlichen Sie weitere oder ältere Prüfberichte für [deine Stadt]?

Die Fragen behaupten nicht, dass etwas gemessen wurde oder nicht. Was du eintippst, bleibt in deinem Browser.

Aufgaben nach Klassenstufe

Klasse 3–4 · Wasser-Spuren
Zählt, zu welchen Stoffen es eine Zahl gibt und zu welchen nicht. Malt für die Lücken ein Fragezeichen.
Klasse 5–7 · Wasser-Detektive
Beantwortet die fünf Fragen der Lücken-Jagd. Formuliert eine höfliche Frage an den Wasserversorger.
Klasse 8–10 · Daten-Detektive
Schreibt den Lücken-Report ab und erklärt, warum „nicht im Bericht“ nicht „unbedenklich“ heißt.
Oberstufe · Open-Water-Lab
Quantifiziert die Lücken über mehrere Orte mit den offenen Daten und dem Lücken-Register. Prüft eine KI-Antwort zu Trinkwasser auf solche Lücken.

Lücken-Report für deine Stadt

oder

Die Postleitzahl bleibt in deinem Browser; es wird nichts gesendet. Du findest deine Stadt nicht? Dann ist sie möglicherweise nicht im ausgewerteten Datensatz enthalten. Alle Orte als Liste

Wie oft Lücken in ganz Deutschland vorkommen, zählt das Lücken-Register.