Wasser-Evidenz: Trinkwasserdaten für Lehre und Forschung
Wie belastbar ist eine Aussage über Trinkwasserdaten, und woran erkennen Sie das?
Wasser-Evidenz ist ein kostenloses Bildungsangebot von Trinkwassermonitor für Hochschulen. Es enthält keine Werbung und keine Produktempfehlungen.
Wo Sie anfangen
- Lernen
Beginnen Sie mit dem Evidenz-Check unten und dann mit Fall 1: eine echte Tabelle, an der Sie sehen, was ein Mittelwert über zensierte Werte annimmt. - Lehren
Ein Ablaufplan für 90 Minuten, ein Blockseminar und ein Semesterprojekt, dazu Diskussionsfragen und eine Übersicht nach Fächern. - Forschen
CSV, JSON, API, Spaltenwörterbuch, Lizenz und Zitierhinweis auf einer Seite, dazu die bekannten Verzerrungen unter Datenqualität.
Wasser-Evidenz ist ein Lernpfad für Hochschulen. Sie arbeiten mit den offenen Daten aus veröffentlichten Prüfberichten der Wasserversorger und lernen, wie belastbar eine Aussage über diese Daten ist: Werte unter der Bestimmungsgrenze, ungleich genaue Messdaten, fehlende Berichte, die Ebene Werk, Netz und Hahn, rechtliche Grenzwerte und Reproduzierbarkeit. Der Grundsatz: Limitationen vor Schlussfolgerungen. Lücken werden dokumentiert, nicht geglättet.
Fünf Prinzipien als Evidenz-Check
Prüfen Sie jede Aussage über Trinkwasserdaten mit diesen fünf Fragen, Ihre eigene zuerst.
- Frage vor Methode. Erst die Frage, dann die Auswahl von Daten und Verfahren. Eine Tabelle ohne Frage beantwortet nichts.Was ist die Forschungsfrage?
- Provenienz dokumentieren. Datei, Datenstand, Prüfsumme und die Quelle jedes Werts gehören zur Auswertung, nicht in eine Fußnote.Welche Datenbasis wird verwendet?
- Zensierung ausdrücklich behandeln. „Unter der Bestimmungsgrenze“ ist keine Null, und ein fehlender Wert ist keine Messung. Jede Ersetzung ist eine Annahme.Wie wurde mit fehlenden und zensierten Werten umgegangen?
- Ebene benennen. Prüfberichte beschreiben Wasser ab Werk oder im Netz. Was am Hahn ankommt, hängt auch von der Hausinstallation ab.Auf welcher Ebene gilt die Aussage: Werk, Netz oder Hahn?
- Limitationen vor Schlussfolgerungen. Wer die Grenzen einer Aussage zuerst nennt, schützt sie vor Überdehnung.Was folgt daraus, und was folgt nicht daraus?
Die Fälle
Jeder Fall beginnt mit einer Leitfrage, zeigt eine aus dem Datensatz berechnete Tabelle mit Rezept zum Nachrechnen und trennt, was daraus folgt und was nicht.
- Fall 1
Die Zahl, die keine ist
Werte unter der Bestimmungsgrenze: drei Rechenwege und die Annahmen dahinter. - Fall 2
Messdaten haben ein Datum
Messjahre und Datumsgenauigkeit: wann eine Aussage über die Zeit zulässig ist. - Fall 3
Wer fehlt?
Auswahlverzerrung: was der Datensatz zählen kann und was nicht. - Fall 4
Werk, Netz, Hahn
Vom Versorgerwert auf den Haushalt schließen: der ökologische Fehlschluss. - Fall 5
Grenzwert ist kein Gesundheitsurteil
Rechtliche Bewertungsgröße, Übergangsfristen und warum „nah am Grenzwert“ nicht „kritisch“ heißt. - Fall 6
Nachrechnen und zitieren
Datenstand, Prüfsumme, CSV und API: eine Tabelle nachrechnen und Abweichungen begründen.
Für Ihre eigene Auswertung: die Vorlage Evidenz-Dossier. Vertiefung: Kritische Lektüre. Poster, Vorlagen und Seminarhandreichung als PDF: Materialien.
Datenbasis, Grenzen und Datenzugang
Die Daten stehen als CSV und JSON unter CC BY 4.0 bereit, dazu eine API. Wie Sie sie laden, prüfen und zitieren, steht unter Datenzugang. Was eine Zeile enthält, wie Werte unter der Bestimmungsgrenze kodiert sind und welche Verzerrungen bekannt sind, steht unter Datenqualität. Fachbegriffe erklärt das Glossar.
Für den Unterricht an Schulen gibt es den Wasserdetektiv. Weiterführend: Methodik, Lücken-Register, Werte richtig lesen, Offene Daten.
Kein Konto, keine Anmeldung, keine Cookies und kein Tracking. Die Inhalte dieses Bereichs wurden noch nicht fachlich begutachtet; sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.