Wasser, das lange in der Leitung steht, heißt Stagnationswasser. Es ist nicht mehr frisch: In ruhenden Leitungsabschnitten können Stoffe aus den Rohren ins Wasser übergehen, und es können sich Bakterien vermehren. Oft merkt man es am Geschmack – das Wasser schmeckt abgestanden oder riecht muffig. Das Umweltbundesamt gibt in seinem Ratgeber „Trink Was“ klare Anhaltspunkte, was nach welcher Standzeit zu tun ist.

Nach einer Nacht: ablaufen lassen, bis es kühl kommt

Als Anhaltspunkt nennt das Umweltbundesamt vier Stunden, also zum Beispiel über Nacht. Wasser, das länger in der Leitung stand, sollten Sie nicht zum Trinken oder Kochen verwenden. Lassen Sie es kurz ablaufen, bis es deutlich kühler aus dem Hahn kommt – dann stammt es nicht mehr aus der Hausleitung. Das abgelaufene Wasser können Sie zum Putzen oder Blumengießen nutzen.

Nach drei Tagen: alle Hähne öffnen

Ab drei Tagen Abwesenheit rät das Umweltbundesamt, die Entnahmestellen zu öffnen, damit das Wasser in der ganzen Installation ausgetauscht wird – also nicht nur die Küche, sondern auch Bad, Dusche und Gäste-WC.

Nach mehr als vier Wochen: vorher absperren

Wer länger als vier Wochen weg ist, sollte die betroffenen Leitungen vorher absperren und sie bei der Rückkehr spülen.

Abkochen reicht nicht

Stagnationswasser kurz zu erhitzen und dann doch zu trinken, ist laut Umweltbundesamt keine Lösung: Hitze macht zwar empfindliche Krankheitserreger unschädlich, aber Stoffe aus den Installationsmaterialien bleiben im Wasser.

Selten genutzte Leitungen

Typische Problemstellen sind Gäste-WCs, Außenzapfstellen im Garten und Ferienwohnungen. Solche Leitungen sollten regelmäßig gespült oder vom übrigen Leitungsnetz abgetrennt werden. Wer nur Mieter ist, wendet sich an den Eigentümer.

Und das Warmwasser?

Warmwasser aus der Leitung ist nicht zum Trinken oder Kochen gedacht: Es steht länger in der Installation, und Wärme fördert den Übergang unerwünschter Stoffe ins Wasser. Damit sich keine Legionellen vermehren, empfiehlt das Umweltbundesamt mindestens 55 °C für warmes Trinkwasser.

Wenn der Geruch bleibt

Riecht das Wasser auch nach dem Ablaufenlassen noch muffig oder faulig, liegt die Ursache woanders – im Warmwasserspeicher, in einem Gerät oder im Abfluss. Unser Schnell-Check hilft, die Quelle zu finden.

Weiterführend: Wasser schmeckt muffig oder riecht modrig: der Schnell-Check | Legionellen im Warmwasser | Mieter-Hub

Quelle: Umweltbundesamt, Ratgeber „Trink Was – Trinkwasser aus dem Hahn“ (Stand Februar 2020).