Auf manchen Mineral- und Tafelwasserflaschen steht „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Diesen Hinweis darf ein Wasser nur tragen, wenn es die Höchstgehalte der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (Anlage 6) einhält. Auf jeder unserer Stadtseiten stehen die veröffentlichten Werte des Leitungswassers jetzt neben diesen Schwellen.

Die Schwellen für den Etikett-Hinweis

StoffHöchstgehalt für den Hinweis
Natrium20 mg/l
Nitrat10 mg/l
Nitrit0,02 mg/l
Sulfat240 mg/l
Fluorid0,7 mg/l
Mangan0,05 mg/l
Arsen0,005 mg/l
Uran0,002 mg/l

Dazu kommen weitere Etikettbegriffe derselben Anlage, etwa „geeignet für natriumarme Ernährung“ (Natrium unter 20 mg/l) oder „calciumhaltig“ (Calcium über 150 mg/l).

Was der Vergleich sagt – und was nicht

Diese Werte sind Kennzeichnungsschwellen für Flaschenwasser, keine Grenzwerte für Leitungswasser. Für Leitungswasser gilt die Trinkwasserverordnung – und deren Grenzwert gilt auch für die Zubereitung von Säuglingsnahrung. Ein Leitungswasser mit 25 mg/l Nitrat hält den Grenzwert von 50 mg/l ein, liegt aber über der Etikett-Schwelle von 10 mg/l. Unser Vergleich zeigt das für jeden Stoff einzeln; eine Aussage, ob Ihr Leitungswasser für Babynahrung geeignet ist, macht er bewusst nicht.

Das Umweltbundesamt hält Babynahrung aus Flaschenwasser mit diesem Hinweis nur in seltenen Fällen für nötig – etwa wenn Trinkwasser vorübergehend mehr als 50 mg/l Nitrat enthalten darf. Auch beim Uran ist der Wert von 2 µg/l eine Kennzeichnungsgrenze: Der Grenzwert von 10 µg/l der Trinkwasserverordnung schützt laut Umweltbundesamt alle Bevölkerungsgruppen, Säuglinge eingeschlossen.

Wichtiger als jede Schwelle: die Leitungen im Haus

Die Werte im Prüfbericht gelten ab Wasserwerk. Wasser aus Bleirohren ist für Schwangere, Säuglinge und Kinder bis sechs Jahre laut Umweltbundesamt immer ungeeignet – dann ist abgepacktes Wasser die richtige Wahl. Und Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, lassen Sie vor der Zubereitung ablaufen, bis es kühl kommt.

Fragen zur Babynahrung beantworten Hebamme, Kinderärztin oder Kinderarzt und das Gesundheitsamt.

Weiterführend: Trinkwasserwerte richtig lesen | Blei im Trinkwasser | Leitungswasser nach dem Urlaub

Quellen: Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6 (zu § 9 Abs. 3); Umweltbundesamt, „Rund um das Trinkwasser“ (2016), PDF-Seiten 58–59 und 66–69; Umweltbundesamt, „Trink Was“ (2020), PDF-Seite 16.