Der Prüfbericht des Wasserversorgers misst das Wasser am Wasserwerk. Blei kommt aber fast nie von dort, sondern aus alten Leitungen im Haus. Deshalb lohnt der Blick auf das eigene Gebäude.

Was das Baujahr sagt

Laut Umweltbundesamt gibt es Bleirohre höchstens noch in Gebäuden mit Baujahr vor 1973; seitdem wird Blei nicht mehr als Leitungsmaterial verwendet. Regional ist das sehr unterschiedlich: In Teilen Süddeutschlands wurden Bleileitungen schon 1878 verboten, in Nord- und Ostdeutschland wurden sie bereichsweise noch bis Anfang der 1970er-Jahre eingebaut. Und längst nicht jedes ältere Haus ist betroffen – oft wurden Kupfer oder verzinkter Stahl verwendet. Das Baujahr allein entscheidet es also nicht.

Neu auf unseren Stadtseiten: der Gebäudebestand

Auf jeder Stadtseite steht jetzt, welcher Anteil der Gebäude mit Wohnraum vor 1970 und welcher zwischen 1970 und 1979 gebaut wurde – nach dem Zensus 2022 des Statistischen Bundesamts. Das ist Hintergrund, keine Messung: Es zeigt, wie viele ältere Gebäude es im Ort gibt, nicht, wo Bleirohre liegen.

So finden Sie es heraus

Was nicht hilft

Filter zur Bleientfernung und eine Sanierung der alten Rohre sind laut Umweltbundesamt nicht zielführend – nur der vollständige Austausch der Bleirohre. Bis dahin gilt: Wasser aus Bleirohren ist für Schwangere, Säuglinge und Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ungeeignet; zur Körperpflege kann es ohne Einschränkung genutzt werden.

Weiterführend: Blei im Trinkwasser | Mieter-Hub | Leitungswasser nach dem Urlaub

Quellen: Umweltbundesamt, „Bleirohre: Blei im Trinkwasser ist gesundheitsschädlich“ (Umwelttipps für den Alltag); Umweltbundesamt, „Trink Was“ (2020), PDF-Seite 16; Statistisches Bundesamt, Zensus 2022, Regionaltabelle Gebäude und Wohnungen (dl-de/by-2-0).