Bleitest fürs Trinkwasser: Wann er sinnvoll ist und wie die Probe gelingt
Ein Bleitest fürs Trinkwasser zeigt, ob alte Leitungen im Haus Blei abgeben – das kann kein Prüfbericht des Versorgers. Hier steht, wann sich der Test lohnt, wie Sie die Probe richtig nehmen und was bei einem hohen Wert zu tun ist.
Kurz gesagt: Von 762 ausgewerteten Orten nennen 667 einen Blei-Wert ab Wasserwerk, 620 davon unter der Nachweisgrenze, keiner über dem Grenzwert. Blei kommt also fast nie aus dem Wasserwerk, sondern aus alten Leitungen im Haus. Bleirohre gibt es laut Umweltbundesamt höchstens in Häusern mit Baujahr vor 1973. Ein Bleitest lohnt sich dort, und nur mit Wasser, das mehrere Stunden in der Leitung stand.
Zuerst, kostenlos
Baujahr prüfen: Bleirohre gibt es höchstens in Häusern vor 1973. Fragen Sie Eigentümer oder Hausverwaltung nach dem Leitungsmaterial.
Blei ab Werk und Gebäudealter Ihres Orts: Ort wählen ↓
Werte ab Wasserwerk aus dem neuesten ausgewerteten Prüfbericht, mit Stand; je Ort der neueste genannte Wert, gleich für welche Versorgungszone. Ihr Ort fehlt? Dann haben wir seinen Bericht noch nicht ausgewertet (Datenabdeckung) – schlagen Sie ihn vor.
Ihr Ort fehlt?
Sagen Sie uns, welchen Ort wir als Nächstes auswerten sollen. Kennen Sie den Prüfbericht Ihres Wasserversorgers, schicken Sie uns gern den Link – wir lesen jeden Wert selbst im Original nach.
Danke! Ihr Vorschlag ist angekommen. Die meistgewünschten Orte werten wir zuerst aus.
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Vom Wasserwerk bis zu Ihrem Hahn
Ab Werk gemessen: Die Werte im Prüfbericht gelten bis ins Netz. Was danach im Haus geschieht, zeigen sie nicht.
Blei: kommt aus alten Rohren im Haus, höchstens bei Baujahr vor 1973. Bleitest
Kupfer: kann sich bei saurem Wasser aus Kupferleitungen lösen.
Standwasser: nach mehr als etwa vier Stunden ablaufen lassen, bis es merklich kühler kommt.
Quellen: § 10 Trinkwasserverordnung (Grenzwerte am Hahn), § 10 AVBWasserV (Hausanschluss), Umweltbundesamt (Bleirohre), Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (Standwasser).
Wann ein Bleitest sinnvoll ist
Haus mit Baujahr vor 1973 und unbekanntem Leitungsmaterial. Regional ist das sehr unterschiedlich: In Teilen Süddeutschlands wurden Bleileitungen schon früh verboten, in Nord- und Ostdeutschland bereichsweise bis Anfang der 1970er-Jahre eingebaut (Umweltbundesamt).
Schwangerschaft, Säugling oder Kleinkind im Haushalt in einem solchen Haus: Wasser aus Bleirohren ist für sie ungeeignet (UBA, Trink Was, PDF-Seite 16).
Graublaue, weiche Rohre im Keller: Blei lässt sich leicht ritzen und klingt beim Klopfen dumpf. Mehr dazu: Bleirohre erkennen.
So nehmen Sie die Probe richtig
Wasser mehrere Stunden in der Leitung stehen lassen, etwa über Nacht – laut Umweltbundesamt ist dieses Stagnationswasser für Blei aussagekräftig.
Die erste Portion direkt aus dem Hahn abfüllen, ohne vorher laufen zu lassen, und genau so, wie es die Anleitung im Set vorsieht.
Den Hahn notieren: Küche, nicht die Gartenleitung.
Ein Labor-Set zum Selbstbeproben dient der Eigenkontrolle. Für eine Auseinandersetzung mit Vermieter oder Versorger und für die Pflichtuntersuchungen eines eigenen Brunnens braucht es eine fachgerecht genommene Probe einer dafür zugelassenen Untersuchungsstelle; welche das sind, sagt Ihr Gesundheitsamt. Das Umweltbundesamt rät bei Verdacht zu einer Analyse durch ein akkreditiertes Labor.
Ergebnis über dem Grenzwert: was jetzt?
Grenzwert: 0,01 mg/l bis 11.1.2028, ab 12.1.2028 0,005 mg/l (TrinkwV, Anlage 2). Alle neuen Grenzwerte bis 2036 und wo die Orte heute stehen: Trinkwasser 2028.
Eigentümer oder Hausverwaltung informieren: Bleileitungen mussten nach § 17 TrinkwV bis zum Ablauf des 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Das Gesundheitsamt berät und kann eine fachgerechte Probennahme veranlassen. Mieterrechte: Mieter-Hub.
Bis zum Austausch: kein Wasser aus Bleirohren für Schwangere, Säuglinge und Kinder; zur Körperpflege kann es laut Umweltbundesamt ohne Einschränkung genutzt werden. Filter helfen laut UBA nicht.
Mit einer Laboranalyse von Wasser, das mehrere Stunden in der Leitung stand (Stagnationswasser) – nur das zeigt, ob Blei aus den Leitungen im Haus kommt. Dafür braucht es eine Laboranalyse. Der Prüfbericht des Versorgers hilft hier nicht, weil er ab Wasserwerk misst.
Welcher Grenzwert gilt für Blei im Trinkwasser?
0,01 mg/l bis zum 11.1.2028, ab dem 12.1.2028 0,005 mg/l (Trinkwasserverordnung, Anlage 2).
Hilft ein Filter gegen Blei aus alten Rohren?
Laut Umweltbundesamt sind Filter zur Bleientfernung und eine Sanierung der alten Rohre nicht zielführend – nur der vollständige Austausch der Bleirohre.
Müssen Bleirohre ausgetauscht werden?
Ja. Nach § 17 der Trinkwasserverordnung mussten Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei bis zum Ablauf des 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Das Gesundheitsamt kann die Frist in bestimmten Fällen verlängern. Verpflichtet ist der Betreiber, bei Mietwohnungen in der Regel der Eigentümer.