Wasser für Babynahrung testen: Wann es nötig ist – und wann nicht
Wasser für Babynahrung testen zu lassen ist in den meisten Haushalten nicht nötig. Hier sehen Sie die veröffentlichten Werte Ihres Orts neben den Schwellen für Flaschenwasser und erfahren, wann eine Probe vom eigenen Hahn trotzdem sinnvoll ist.
Kurz gesagt: Leitungswasser eignet sich in Deutschland in aller Regel für Babynahrung; das Umweltbundesamt hält abgepacktes Wasser dafür nur in seltenen Fällen für nötig (UBA, Rund um das Trinkwasser, PDF-Seite 59). Das Risiko liegt meist im Haus: Wasser aus Bleirohren ist für Säuglinge ungeeignet. Ein Test lohnt sich vor allem im Altbau mit unbekanntem Leitungsmaterial und bei einem eigenen Brunnen.
Zuerst, kostenlos
Frisches Leitungswasser verwenden; hat es mehr als etwa vier Stunden in der Leitung gestanden, ablaufen lassen, bis es kühler kommt.
Die Werte Ihres Orts neben den Flaschenwasser-Schwellen: Ort wählen ↓
Die Werte Ihres Orts neben den Flaschenwasser-Schwellen
Abgepacktes Wasser darf mit „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ werben, wenn es diese Höchstgehalte einhält: Natrium 20 mg/l, Nitrat 10 mg/l, Nitrit 0,02 mg/l, Sulfat 240 mg/l, Fluorid 0,7 mg/l, Mangan 0,05 mg/l, Arsen 0,005 mg/l, Uran 0,002 mg/l (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6).
oder
Werte ab Wasserwerk aus dem neuesten ausgewerteten Prüfbericht, mit Stand; je Ort der neueste genannte Wert, gleich für welche Versorgungszone. Ihr Ort fehlt? Dann haben wir seinen Bericht noch nicht ausgewertet (Datenabdeckung) – schlagen Sie ihn vor.
Ihr Ort fehlt?
Sagen Sie uns, welchen Ort wir als Nächstes auswerten sollen. Kennen Sie den Prüfbericht Ihres Wasserversorgers, schicken Sie uns gern den Link – wir lesen jeden Wert selbst im Original nach.
Danke! Ihr Vorschlag ist angekommen. Die meistgewünschten Orte werten wir zuerst aus.
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Altbau mit Baujahr vor 1973 und unbekanntem Leitungsmaterial: Blei kommt aus alten Rohren, nicht aus dem Wasserwerk. Mehr im Bleitest-Ratgeber.
Eigener Brunnen: Dafür gibt es keinen Prüfbericht eines Versorgers; siehe Brunnenwasser testen.
Kupferleitungen und saures Wasser (niedriger pH-Wert): Dann kann Kupfer aus den Leitungen gelöst werden; ob das bei Ihnen so ist, zeigt nur eine Probe vom Hahn.
Ein Labor-Set zum Selbstbeproben dient der Eigenkontrolle. Für eine Auseinandersetzung mit Vermieter oder Versorger und für die Pflichtuntersuchungen eines eigenen Brunnens braucht es eine fachgerecht genommene Probe einer dafür zugelassenen Untersuchungsstelle; welche das sind, sagt Ihr Gesundheitsamt.
Kann ich Leitungswasser für Babynahrung verwenden?
In Deutschland in aller Regel ja. Das Umweltbundesamt hält abgepacktes Wasser mit dem Hinweis „geeignet für Säuglingsnahrung“ nur in seltenen Fällen für nötig. Verwenden Sie frisches Wasser, das nicht lange in der Leitung stand, und kein Wasser aus Bleirohren.
Muss ich das Wasser für mein Baby testen lassen?
Nicht, wenn Ihr Haus nach 1973 gebaut ist oder sicher keine Bleirohre hat und Sie am öffentlichen Netz hängen. Sinnvoll ist ein Test vor allem in Altbauten mit unbekanntem Leitungsmaterial und bei einem eigenen Brunnen.
Was bedeutet „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“?
Das ist eine Kennzeichnung für Mineral-, Quell- und Tafelwasser. Sie ist nur erlaubt, wenn das Wasser bestimmte Höchstgehalte einhält, etwa 20 mg/l Natrium und 10 mg/l Nitrat (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6). Für Leitungswasser gilt die Trinkwasserverordnung.
Muss Leitungswasser für Babynahrung abgekocht werden?
In den ersten Lebenswochen können Sie das Wasser abkochen und auf 30 bis 40 °C abkühlen lassen (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit). Individuelle Fragen beantworten Hebamme, Kinderärztin oder Kinderarzt.