Erstmals ein gesetzlicher PFAS-Grenzwert
Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland erstmals ein verbindlicher Trinkwasser-Grenzwert für PFAS: 0,10 µg/L (100 ng/L) für die Summe PFAS-20. Ein zweiter, strengerer Wert – 0,020 µg/L (20 ng/L) für die Summe PFAS-4 (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS) – kommt zum 12. Januar 2028 hinzu. Das Umweltbundesamt (UBA) begleitet die Umsetzung fachlich und veröffentlicht regelmäßig Hintergrundinformationen zu PFAS im Wasserkreislauf; einen bezifferten bundesweiten Belastungsbericht mit Ort, Datum und exakten Prozentzahlen können wir an dieser Stelle nicht zitieren, ohne eine konkrete, überprüfbare Quelle zu benennen – deshalb verzichten wir bewusst darauf und halten uns an das, was tatsächlich belegbar ist.
Was tatsächlich belegt ist
- Der PFAS-20-Grenzwert ist seit dem 12. Januar 2026 in Kraft (TrinkwV 2023, EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184).
- PFAS gelangen typischerweise über wenige, dokumentierte Wege ins Grundwasser: Löschschaum-Altlasten auf Flug- und Militärübungsplätzen, industrielle Einleitungen und – historisch – mit PFAS belasteter Klärschlamm oder Kompost auf landwirtschaftlichen Flächen.
- Regionale Vorbelastungen sind an einzelnen, dokumentierten Standorten bekannt (z. B. im Raum Mittelbaden/Landkreis Rastatt) – nicht flächendeckend nach Bundesland.
Woher PFAS im Grundwasser kommt
1. Löschschaum-Altlasten
Bis in die 2010er-Jahre enthielten viele Feuerlöschschäume PFAS. Auf Militär- und Zivilflughäfen sowie an Übungsplätzen für Brandbekämpfung wurden sie jahrzehntelang eingesetzt – an solchen Standorten sind PFAS-Belastungen im Grundwasser gut dokumentiert.
2. Industrielle Einleitungen
Galvanik, Textilveredelung, Chemieproduktion: Überall dort, wo PFAS-haltige Prozesshilfsstoffe eingesetzt wurden oder werden, können sie über Abwasser oder Altlasten ins Grundwasser gelangen.
3. Landwirtschaftliche Altlasten
Vor allem historische Ausbringung von PFAS-haltigem Klärschlamm oder Kompost hat in einzelnen Regionen zu Belastungen landwirtschaftlicher Flächen geführt.
Leitungswasser ist nicht gleich Grundwasser
Wichtig für die Einordnung: Ein PFAS-Fund im Grundwasser bedeutet nicht automatisch ein Problem im Leitungswasser. Wasserwerke wählen ihre Fassungen gezielt, mischen Quellen und setzen bei Bedarf Aktivkohle- oder Membranfiltration ein, um den Grenzwert sicher einzuhalten. Genau deshalb lohnt der Blick auf die tatsächlich gemessenen Werte am Wasserwerksausgang – nicht auf allgemeine Grundwasser-Trends.
Wo Sie echte, geprüfte Werte finden
Statt sich auf pauschale Schätzungen zu verlassen, können Sie auf dieser Seite reale, quellenbelegte PFAS-Messwerte einsehen:
- Die PFAS-Karte Deutschland zeigt gemessene Werte einzelner Städte und die dokumentierten regionalen Schwerpunkte.
- Der PFAS-Themen-Hub erklärt Herkunft, Grenzwerte und Handlungsoptionen im Detail.
- Für zahlreiche Städte liegen uns vollständige, mit Originalquelle belegte Versorgeranalysen vor (Übersicht: alle Städte).
So gehen Sie vor
- Regionale Lage prüfen – nutzen Sie die kostenlose PLZ-Analyse oder die PFAS-Karte.
- Nur bei Bedarf filtern – Liegt ein PFAS-Wert nahe am Grenzwert, senkt eine Umkehrosmose ihn am stärksten, in einer US-Studie um 94 % oder mehr (Herkert et al. 2020). Bei Werten deutlich darunter brauchen Sie keinen Filter.
- Beim Versorger nachfragen – jeder Wasserversorger veröffentlicht seine aktuellen Analysewerte und beantwortet konkrete Fragen zu PFAS.
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