Das Nitrat-Problem in Deutschland

Deutschland hat ein massives Nitrat-Problem im Grundwasser. Die EU hat Deutschland mehrfach wegen Verstößen gegen die Nitrat-Richtlinie verklagt.

Aktuelle Zahlen (2026)

Woher kommt das Nitrat?

Hauptquellen

  1. Intensive Tierhaltung - Gülle und Jauche
  2. Mineraldünger - Überdüngung von Feldern
  3. Klärschlämme - Als Dünger ausgebracht
  4. Undichte Abwasserleitungen - In älteren Siedlungen

Gesundheitsrisiken

Für Erwachsene

Für Säuglinge (kritisch!)

Blausucht (Methämoglobinämie): Nitrat wird im Magen zu Nitrit umgewandelt. Nitrit blockiert den Sauerstofftransport im Blut. Symptome:

Für Leitungswasser gilt auch bei Säuglingsnahrung der Grenzwert von 50 mg/L. Mineralwasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ darf höchstens 10 mg/L enthalten (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung). Frisches Leitungswasser ist in Deutschland im Allgemeinen gut für Säuglingsnahrung geeignet (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit).

Schutzmaßnahmen

  1. Wert nachsehen - Den geprüften Nitratwert Ihres Versorgers zeigt die PLZ-Suche
  2. Unter dem Grenzwert - Kein Handlungsbedarf, auch nicht für Babynahrung
  3. Über dem Grenzwert - Versorger und Gesundheitsamt müssen handeln; für Säuglinge dann Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ verwenden
  4. Kein Filterwasser für Babynahrung - Behörden raten davon ab, weil sich in Haushaltsfiltern Keime vermehren können (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit)
  5. Hausbrunnen - regelmäßig untersuchen lassen; dafür sind Sie selbst verantwortlich