Warum ist das Leitungswasser in Bonn butterweich, während es in Mannheim spürbar hart aus dem Hahn kommt? Die Antwort liegt fast immer im Untergrund – und lässt sich an den geprüften Messwerten deutscher Großstädte gut ablesen.

Die weichsten Städte

  1. Bonn – 6,2 °dH. Das Wasser ist eine Mischung aus der Wahnbach-Talsperre und Grundwasser der Region; Talsperrenwasser aus dem Mittelgebirge ist grundsätzlich kalkarm.
  2. Bremen – 6,3 °dH. Norddeutsches Grundwasser aus kalkarmen Sanderflächen, zu 100 % aus der Region.
  3. Dortmund – 7,7 °dH. Uferfiltrat und angereichertes Grundwasser aus dem Ruhrtal – ungewöhnlich weich für eine deutsche Großstadt.

Die härtesten Städte

  1. Mannheim – 20,3 °dH. Grundwasser der Rheinebene, stark mineralisiert durch die Kalkschichten des Oberrheingrabens.
  2. Darmstadt – rund 19 °dH. Grundwasser aus dem Hessischen Ried, ebenfalls kalkreich geprägt.
  3. Berlin – 18,4 °dH. Grundwasser durchströmt kalk- und gipshaltige Schichten des norddeutschen Untergrunds.

Warum das keine Qualitätsfrage ist

Wasserhärte beschreibt ausschließlich den Gehalt an Calcium und Magnesium – beides Mineralstoffe, die der Körper ohnehin braucht, keine Schadstoffe. Die Trinkwasserverordnung kennt dafür folgerichtig keinen Grenzwert. Relevant ist die Härte nur für:

Praxis-Tipp nach Härtebereich

Fazit

Die Härte Ihres Leitungswassers verrät mehr über die Geologie Ihrer Region als über die Wasserqualität. Für gesundheitliche Fragen zählen andere Parameter – Nitrat, Blei, PFAS, Uran –, die unabhängig von der Härte geprüft werden.

Weiterführend: Trinkwasserqualität in deutschen Städten: die Übersicht | Wasserhärte-Karte Deutschland | Was ist Wasserhärte?