Kurz gesagt
- Frisches Leitungswasser ist in Deutschland im Allgemeinen gut für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand 03.01.2025; Verbraucherzentrale, Stand 09.03.2026).
- Hat das Wasser mehr als etwa vier Stunden in der Leitung gestanden, lassen Sie es ablaufen, bis es spürbar kühler aus dem Hahn kommt.
- In den ersten Lebenswochen können Sie das Wasser abkochen und auf 30 bis 40 °C abkühlen lassen.
- Nicht verwenden: Wasser aus Bleileitungen, Wasser aus Haushaltsfiltern, ungeprüftes Wasser aus einem Hausbrunnen, warmes Wasser aus der Leitung.
- Wenn Leitungswasser nicht in Frage kommt: Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“.
Leitungswasser: wann ja, wann nein
| Situation | Für Babynahrung? |
|---|---|
| Frisches kaltes Leitungswasser aus dem öffentlichen Netz | ja |
| Wasser, das lange in der Leitung stand | erst ablaufen lassen, bis es kühl kommt |
| Haus mit Bleileitungen (meist Baujahr vor 1973) | nein |
| Neue Kupferleitungen (etwa die ersten sechs Monate) | Vorsicht, die Verbraucherzentrale rät hier zu besonderer Vorsicht |
| Hausbrunnen ohne aktuelle Untersuchung | nein |
| Wasser aus einem Haushaltsfilter | nein |
| Warmes Wasser aus der Leitung | nein |
Zu Bleileitungen schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Wasser, das durch Bleileitungen geleitet wurde, „darf grundsätzlich nicht für die Ernährung von Säuglingen verwendet werden“. Ob es in Ihrem Haus welche gibt, klärt die Checkliste zu Bleirohren.
Warum kein Filterwasser?
„Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung sollte deshalb kein Wasser aus haushaltsüblichen Wasserfiltern verwendet werden“, schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – in den Filtern können sich Keime vermehren. Die Verbraucherzentrale sieht es genauso: Haushaltsfilter tragen eher zu Verunreinigungen bei, als dass sie das Wasser verbessern.
Nitrat
Für Leitungswasser gilt der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/L – auch für die Zubereitung von Babynahrung. Die meisten Versorger liegen deutlich darunter; Ihren Wert zeigt die PLZ-Suche. Mineralwasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ darf nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung höchstens 10 mg/L Nitrat enthalten.
Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“
Dieses Wasser muss strengere Werte einhalten als gewöhnliches Mineralwasser:
| Stoff | Höchstwert für den Hinweis | Grenzwert Trinkwasserverordnung |
|---|---|---|
| Nitrat | 10 mg/L | 50 mg/L |
| Natrium | 20 mg/L | 200 mg/L |
| Sulfat | 240 mg/L | 250 mg/L |
| Fluorid | 0,7 mg/L | 1,5 mg/L |
| Mangan | 0,05 mg/L | 0,05 mg/L |
Ohne diesen Hinweis ist Mineralwasser nicht automatisch für Babys geeignet. Wasser mit Kohlensäure ist ungeeignet.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Frisches, kaltes Wasser verwenden; nach längerer Standzeit vorher ablaufen lassen.
- In den ersten Lebenswochen abkochen und auf 30 bis 40 °C abkühlen lassen.
- Die Nahrung nach der Packungsangabe zubereiten.
- Jede Mahlzeit frisch zubereiten, Reste nicht aufbewahren und nicht wieder aufwärmen.
Fazit
Für das Fläschchen brauchen Sie in Deutschland meist nur frisches Leitungswasser. Die wichtigsten Ausnahmen sind Bleileitungen und ungeprüfte Hausbrunnen – und Filterwasser ist tabu. Bei Fragen zur Ernährung Ihres Kindes hilft Ihre Kinderarztpraxis oder Hebamme.