Kurz gesagt

Leitungswasser: wann ja, wann nein

SituationFür Babynahrung?
Frisches kaltes Leitungswasser aus dem öffentlichen Netzja
Wasser, das lange in der Leitung standerst ablaufen lassen, bis es kühl kommt
Haus mit Bleileitungen (meist Baujahr vor 1973)nein
Neue Kupferleitungen (etwa die ersten sechs Monate)Vorsicht, die Verbraucherzentrale rät hier zu besonderer Vorsicht
Hausbrunnen ohne aktuelle Untersuchungnein
Wasser aus einem Haushaltsfilternein
Warmes Wasser aus der Leitungnein

Zu Bleileitungen schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Wasser, das durch Bleileitungen geleitet wurde, „darf grundsätzlich nicht für die Ernährung von Säuglingen verwendet werden“. Ob es in Ihrem Haus welche gibt, klärt die Checkliste zu Bleirohren.

Warum kein Filterwasser?

„Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung sollte deshalb kein Wasser aus haushaltsüblichen Wasserfiltern verwendet werden“, schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – in den Filtern können sich Keime vermehren. Die Verbraucherzentrale sieht es genauso: Haushaltsfilter tragen eher zu Verunreinigungen bei, als dass sie das Wasser verbessern.

Nitrat

Für Leitungswasser gilt der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/L – auch für die Zubereitung von Babynahrung. Die meisten Versorger liegen deutlich darunter; Ihren Wert zeigt die PLZ-Suche. Mineralwasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ darf nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung höchstens 10 mg/L Nitrat enthalten.

Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“

Dieses Wasser muss strengere Werte einhalten als gewöhnliches Mineralwasser:

StoffHöchstwert für den HinweisGrenzwert Trinkwasserverordnung
Nitrat10 mg/L50 mg/L
Natrium20 mg/L200 mg/L
Sulfat240 mg/L250 mg/L
Fluorid0,7 mg/L1,5 mg/L
Mangan0,05 mg/L0,05 mg/L

Ohne diesen Hinweis ist Mineralwasser nicht automatisch für Babys geeignet. Wasser mit Kohlensäure ist ungeeignet.

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Frisches, kaltes Wasser verwenden; nach längerer Standzeit vorher ablaufen lassen.
  2. In den ersten Lebenswochen abkochen und auf 30 bis 40 °C abkühlen lassen.
  3. Die Nahrung nach der Packungsangabe zubereiten.
  4. Jede Mahlzeit frisch zubereiten, Reste nicht aufbewahren und nicht wieder aufwärmen.

Fazit

Für das Fläschchen brauchen Sie in Deutschland meist nur frisches Leitungswasser. Die wichtigsten Ausnahmen sind Bleileitungen und ungeprüfte Hausbrunnen – und Filterwasser ist tabu. Bei Fragen zur Ernährung Ihres Kindes hilft Ihre Kinderarztpraxis oder Hebamme.