Am 12. Januar 2026 ist der neue Grenzwert für die Summe PFAS-20 (0,10 µg/L) verbindlich geworden – die erste konkrete gesetzliche Obergrenze für PFAS im deutschen Trinkwasser überhaupt. Acht Monate später lohnt ein nüchterner Blick auf das, was die geprüften Versorgeranalysen tatsächlich zeigen.

Was sich bestätigt

In den von uns ausgewerteten Versorgeranalysen liegt die Summe PFAS-20 fast durchgehend deutlich unter dem Grenzwert – häufig unter der Bestimmungsgrenze der Labore. Das deckt sich mit der Erwartung: PFAS entsteht nicht im Wasserwerk, sondern gelangt über belastete Böden, Löschschaum-Altlasten oder industrielle Einleitungen ins Grundwasser. Wo solche Quellen fehlen, bleibt der Wert praktisch bei null.

Zwei Städte mit messbar höherem Wert

Zwei Fälle aus unserer Datenbank zeigen, dass der Grenzwert kein rein theoretisches Sicherheitsnetz ist:

Beide Werte sind rechtlich unauffällig – aber sie zeigen, warum die Versorger den Parameter jetzt engmaschig beobachten, statt ihn erst bei einer Grenzwertüberschreitung ernst zu nehmen.

Was 2028 noch dazukommt

Der PFAS-20-Grenzwert ist erst der erste Schritt. Zum 12. Januar 2028 treten zwei weitere Verschärfungen in Kraft:

  1. Summe PFAS-4 (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS): Grenzwert 0,020 µg/L – deutlich strenger als die Summe PFAS-20.
  2. Blei: Der Grenzwert sinkt von 10 auf 5 µg/L.

Versorger mit Werten wie in Mannheim haben damit schon jetzt eine klare Zielmarke für die kommenden Jahre.

Was das für Verbraucher heißt

Für die meisten Haushalte ändert sich praktisch nichts – Ihr Versorger ist für die Einhaltung verantwortlich und veröffentlicht die Werte in der jährlichen Analyse. Sinnvoll ist es trotzdem, den eigenen Wert zu kennen: über die PFAS-Karte oder die PLZ-Analyse auf dieser Seite lässt sich das in wenigen Sekunden nachsehen.

Fazit

Acht Monate nach Inkrafttreten zeigt der PFAS-20-Grenzwert genau das, was er sollte: Er trennt die überwältigende Mehrheit unauffälliger Standorte von einer kleinen Zahl mit erkennbar höherer, aber noch unbedenklicher Belastung – und legt damit die Datenbasis für die schärferen 2028er-Werte.

Weiterführend: PFAS-Karte Deutschland | PFAS Grundlagen | PFAS-Grenzwerte im EU-Vergleich