Was sind PFAS und warum sind sie gefährlich?
PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien, die aufgrund ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften in unzähligen Produkten verwendet werden. Sie werden als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet, weil sie sich in der Umwelt praktisch nicht abbauen.
Die erschreckenden Fakten
- Über 1.500 Standorte in Deutschland sind nachweislich mit PFAS kontaminiert
- Die Chemikalien reichern sich im menschlichen Körper an
- Selbst minimale Konzentrationen können gesundheitsschädlich sein
- 98% aller Menschen haben PFAS im Blut
Die Grenzwerte seit 2026 – und was 2028 noch dazukommt
Seit Inkrafttreten der novellierten Trinkwasserverordnung am 12. Januar 2026 gilt erstmals ein verbindlicher PFAS-Grenzwert. Die Verschärfung kommt in zwei Stufen:
| Stoffgruppe | Vorher | Grenzwert | Gültig ab |
|---|---|---|---|
| PFAS-20 Summe | kein Grenzwert | 100 ng/L (0,10 µg/L) | 12.01.2026 |
| PFAS-4 Summe (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS) | kein Grenzwert | 20 ng/L (0,020 µg/L) | 12.01.2028 |
Was bedeutet das für Ihr Leitungswasser?
Viele Wasserwerke werden Schwierigkeiten haben, die neuen Grenzwerte einzuhalten. Besonders betroffen sind:
- Industrieregionen in NRW und Baden-Württemberg
- Gebiete mit Flughäfen (Löschschaum-Kontamination)
- Regionen mit intensiver Landwirtschaft (Klärschlamm-Düngung)
Gesundheitsrisiken durch PFAS
Die wissenschaftliche Evidenz zu PFAS-Gesundheitsschäden ist erdrückend:
Nachgewiesene Auswirkungen
- Schilddrüsenerkrankungen - PFAS stören die Hormonproduktion
- Erhöhtes Krebsrisiko - insbesondere Nieren- und Hodenkrebs
- Immunschwächung - reduzierte Impfwirksamkeit bei Kindern
- Leberschäden - erhöhte Cholesterinwerte
- Fruchtbarkeitsstörungen - bei Männern und Frauen
Besonders gefährdete Gruppen
- Schwangere und Stillende
- Säuglinge und Kleinkinder
- Menschen mit Vorerkrankungen
- Personen in Hochbelastungsgebieten
Wie können Sie sich schützen?
Sofortmaßnahmen
- PLZ-Analyse durchführen - Kennen Sie die Belastung in Ihrer Region
- Wasserwerk kontaktieren - Fordern Sie aktuelle PFAS-Messwerte an
- Filter nur bei Bedarf - Liegt der Wert deutlich unter dem Grenzwert, brauchen Sie keinen Filter
Wenn ein Wert nahe am Grenzwert liegt
Dann senkt eine Umkehrosmose PFAS am Küchenhahn am stärksten, in einer US-Studie um 94 % oder mehr (Herkert et al. 2020). Aktivkohlefilter wirken schwächer und stark geräteabhängig. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, steht im Ratgeber Wasserfilter gegen PFAS; ob sich ein Gerät überhaupt lohnt, klärt die Entscheidungshilfe.
Fazit
PFAS im Trinkwasser sind ein ernstes Umweltthema, das die Trinkwasserverordnung seit 2026 erstmals mit einem Grenzwert regelt. Entscheidend für Sie ist der geprüfte Wert Ihres Versorgers: Liegt er deutlich unter dem Grenzwert, besteht kein Handlungsbedarf; liegt er nahe daran, lässt er sich am Küchenhahn gezielt senken.