Was sind PFAS und warum sind sie gefährlich?

PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien, die aufgrund ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften in unzähligen Produkten verwendet werden. Sie werden als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet, weil sie sich in der Umwelt praktisch nicht abbauen.

Die erschreckenden Fakten

Die Grenzwerte seit 2026 – und was 2028 noch dazukommt

Seit Inkrafttreten der novellierten Trinkwasserverordnung am 12. Januar 2026 gilt erstmals ein verbindlicher PFAS-Grenzwert. Die Verschärfung kommt in zwei Stufen:

StoffgruppeVorherGrenzwertGültig ab
PFAS-20 Summekein Grenzwert100 ng/L (0,10 µg/L)12.01.2026
PFAS-4 Summe (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS)kein Grenzwert20 ng/L (0,020 µg/L)12.01.2028

Was bedeutet das für Ihr Leitungswasser?

Viele Wasserwerke werden Schwierigkeiten haben, die neuen Grenzwerte einzuhalten. Besonders betroffen sind:

Gesundheitsrisiken durch PFAS

Die wissenschaftliche Evidenz zu PFAS-Gesundheitsschäden ist erdrückend:

Nachgewiesene Auswirkungen

  1. Schilddrüsenerkrankungen - PFAS stören die Hormonproduktion
  2. Erhöhtes Krebsrisiko - insbesondere Nieren- und Hodenkrebs
  3. Immunschwächung - reduzierte Impfwirksamkeit bei Kindern
  4. Leberschäden - erhöhte Cholesterinwerte
  5. Fruchtbarkeitsstörungen - bei Männern und Frauen

Besonders gefährdete Gruppen

Wie können Sie sich schützen?

Sofortmaßnahmen

  1. PLZ-Analyse durchführen - Kennen Sie die Belastung in Ihrer Region
  2. Wasserwerk kontaktieren - Fordern Sie aktuelle PFAS-Messwerte an
  3. Filter nur bei Bedarf - Liegt der Wert deutlich unter dem Grenzwert, brauchen Sie keinen Filter

Wenn ein Wert nahe am Grenzwert liegt

Dann senkt eine Umkehrosmose PFAS am Küchenhahn am stärksten, in einer US-Studie um 94 % oder mehr (Herkert et al. 2020). Aktivkohlefilter wirken schwächer und stark geräteabhängig. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, steht im Ratgeber Wasserfilter gegen PFAS; ob sich ein Gerät überhaupt lohnt, klärt die Entscheidungshilfe.

Fazit

PFAS im Trinkwasser sind ein ernstes Umweltthema, das die Trinkwasserverordnung seit 2026 erstmals mit einem Grenzwert regelt. Entscheidend für Sie ist der geprüfte Wert Ihres Versorgers: Liegt er deutlich unter dem Grenzwert, besteht kein Handlungsbedarf; liegt er nahe daran, lässt er sich am Küchenhahn gezielt senken.