Die Kurzantwort

  1. Zuerst den Wert kennen. Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,1 µg/L (100 ng/L) für die Summe PFAS-20, ab dem 12. Januar 2028 zusätzlich 0,02 µg/L (20 ng/L) für die Summe PFAS-4. Die geprüften Werte vieler Städte zeigen die PLZ-Suche und die PFAS-Karte.
  2. Liegt der Wert deutlich darunter, brauchen Sie keinen Filter. Das Umweltbundesamt hält eine Nachbehandlung von Trinkwasser im Regelfall für nicht notwendig (UBA).
  3. Liegt er nahe daran und Sie möchten ihn senken: Umkehrosmose oder ein geprüfter Aktivkohle-Blockfilter. Achten Sie auf NSF/ANSI 58 beziehungsweise 53.
  4. Liegt er darüber: Dann müssen Versorger und Gesundheitsamt handeln und informieren. Ein Filter kann die Zeit bis zur Abhilfe überbrücken.

Was Filter leisten: die Studienlage

In einer Studie der Duke University und der North Carolina State University mit Haushaltsfiltern senkten Umkehrosmose und zweistufige Untertischfilter die PFAS-Werte um 94 % oder mehr; Aktivkohlefilter wie Kannen oder Hahnaufsätze entfernten im Schnitt 73 %, mit großen Unterschieden zwischen den Geräten (Herkert et al. 2020, Pressemitteilung).

Zwei Punkte aus der Studie sind für die Praxis wichtig:

Woran Sie ein geeignetes Gerät erkennen

Die US-Umweltbehörde EPA rät, auf der Verpackung nach einer Zertifizierung nach NSF/ANSI 53 (Aktivkohle) oder NSF/ANSI 58 (Umkehrosmose) für PFAS zu suchen. Solche Prüfungen zeigen, dass ein Gerät bestimmte PFAS nach einem festgelegten Verfahren verringert (EPA, Stand 03.08.2026). Herstellerangaben ohne unabhängige Prüfung sind kein Beleg.

Ebenso wichtig ist die Wartung: Filter wirken laut EPA nur, wenn sie nach Herstellerangabe gewartet werden; ein versäumter Wechsel kann die Belastung wieder erhöhen.

Die Verfahren im Überblick

VerfahrenPFASGrenzen
UmkehrosmoseStudie: 94 % oder mehrentfernt auch Mineralstoffe, erzeugt Abwasser, braucht Filterwechsel
Aktivkohle-BlockfilterStudie: im Schnitt 73 %, stark geräteabhängigkurzkettige PFAS schlechter, Kartuschen rechtzeitig wechseln
FilterkanneHersteller wie Brita und BWT machen dazu keine Angabevor allem für Kalk und Geschmack gedacht
Filter für das ganze HausStudie: bei vier von sechs Anlagen stiegen einzelne PFASnicht als PFAS-Schutz geeignet

Häufige Fehlannahmen

Fazit

Ein PFAS-Filter ist eine Antwort auf einen konkreten Messwert, keine Pauschalvorsorge. Kennen Sie den Wert Ihres Versorgers, ist die Entscheidung meist einfach: deutlich darunter kein Filter, nahe daran ein geprüftes Gerät, darüber zuerst Versorger und Gesundheitsamt. Die Schritte im Einzelnen: Entscheidungshilfe: Brauche ich einen Filter?.