Trinkwasser-Monitor2026 PLZ analysieren

Trinkwasser-Report 2026: Was die Prüfberichte von 245 Städten zeigen

4.736 Messwerte von 160 Wasserversorgern aus 16 Bundesländern · Datenstand 23.09.2026

Wofür diese Zahlen stehen: Ausgewertet sind die Städte, für die ein datierter Prüfbericht des Wasserversorgers vorliegt und geprüft ist – keine repräsentative Stichprobe für Deutschland. Die Werte gelten für das Wasser ab Wasserwerk; was alte Leitungen im Haus verändern (etwa bei Blei und Kupfer), erfasst kein Prüfbericht des Versorgers.
Das Wichtigste in Kürze

Als PDF: Trinkwasser-Report 2026 herunterladen (3 Seiten) · Rohdaten: CSV und JSON (CC BY 4.0)

Grenzwerte heute

In keiner der 245 Städte liegt ein veröffentlichter Wert über einem heute geltenden Grenzwert der Trinkwasserverordnung. Das betrifft jeden Wert mit Grenzwert in den Prüfberichten, nicht nur die bekannten Stoffe. Coliforme Bakterien (Grenzwert 0 je 100 ml) waren in allen 124 Berichten, die sie nennen, nicht nachweisbar.

Was ab 2028 strenger wird

Für Blei und Arsen sinken die Grenzwerte. Die Tabelle zeigt, welche Städte schon heute einen Wert über dem künftigen Grenzwert melden.

StoffheutekünftigStädte mit Wertunter Bestimmungs­grenzeüber dem künftigen Wert
Blei0,01 mg/l0,005 mg/l
224219keine
Arsen0,01 mg/l0,004 mg/l
192161Glauchau (Neue Behälterzone): 0,007 mg/l

Blei gelangt fast nur über alte Leitungen im Haus ins Wasser. Ein Wert unter der Bestimmungsgrenze am Wasserwerk sagt deshalb nichts über einen Altbau mit Bleileitungen.

PFAS: die größte Datenlücke

Seit 12.01.2026 gilt für die Summe von 20 PFAS ein Grenzwert von 0,1 µg/l. Trotzdem nennen nur 140 von 245 Prüfberichten (57 %) diese Summe; 67 davon melden sie unter der Bestimmungsgrenze.

Höchste PFAS-20-SummenWertAnteil am Grenzwert
Langenfeld (Rheinland)0,04 µg/l40 %
Witten0,033 µg/l33 %
Frankfurt am Main0,031 µg/l31 %
Castrop-Rauxel0,0283 µg/l28 %
Herne0,0283 µg/l28 %

Ab 12.01.2028 kommt der Grenzwert für die Summe PFAS-4 hinzu: 0,02 µg/l. In 108 Städten liegt schon die Summe aller 20 Stoffe darunter. Die vier Stoffe der PFAS-4-Summe (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS) gehören auch zur PFAS-20-Summe. Liegt schon die PFAS-20-Summe unter dem PFAS-4-Grenzwert, liegt die PFAS-4-Summe sicher darunter. Für die übrigen Städte lässt sich das aus der veröffentlichten Summe nicht ablesen.

Nitrat

Der Median liegt bei 8,7 mg/l (Grenzwert 50 mg/l, 245 Städte mit Wert). 10 Städte erreichen die Hälfte des Grenzwerts oder mehr:

StadtNitratAnteil am Grenzwert
Thalheim/Erzgeb. (Niederzone)38 mg/l76 %
Treuen36 mg/l72 %
Würzburg35,9 mg/l72 %
Neuss34,83 mg/l70 %
Velen30,7 mg/l61 %
Regensburg30 mg/l60 %
Viersen28,6 mg/l57 %
Straubing27,9 mg/l56 %
Ravensburg26 mg/l52 %
Gießen25,7 mg/l51 %

Wasserhärte

Von 244 Städten mit Härte-Wert haben 109 weiches, 77 mittelhartes und 58 hartes Wasser. Am weichsten: Rodewisch 2,2 °dH, Lüdenscheid 2,3 °dH, Freudenstadt 2,9 °dH, Falkenstein/Vogtl. 3 °dH, Gotha 3 °dH. Am härtesten: Rüsselsheim am Main 26,07 °dH, Würzburg 25,8 °dH, Minden 25,1 °dH, Ludwigsfelde 22,5 °dH, Straubing 22,3 °dH.

BundeslandMedianBereichStädte
Mecklenburg-Vorpommern19,4 °dHhart6
Berlin18,4 °dHhart1
Bayern15,8 °dHhart17
Hamburg14,76 °dHhart1
Brandenburg14,55 °dHhart6
Rheinland-Pfalz14,5 °dHhart9
Hessen14,24 °dHhart8
Sachsen-Anhalt13,3 °dHmittel7
Thüringen12,9 °dHmittel6
Baden-Württemberg12,25 °dHmittel20
Schleswig-Holstein11,9 °dHmittel9
Nordrhein-Westfalen8,94 °dHmittel86
Bremen8,85 °dHmittel2
Saarland8,85 °dHmittel2
Niedersachsen6,6 °dHweich36
Sachsen4,45 °dHweich28

Bei Ländern mit wenigen Städten (Stadtstaaten, Saarland) steht der Median für sehr wenige Werte. Alle Städte einzeln: Wasserhärte-Tabelle (PDF).

Welche Werte die Prüfberichte enthalten

Nicht jeder Versorger veröffentlicht dieselben Parameter. So viele der 245 Städte haben einen Wert für die wichtigsten Stoffe:

ParameterStädte mit WertAnteil
Nitrat245100 %
Nitrit19580 %
Blei22491 %
Kupfer22090 %
Arsen19278 %
Uran23295 %
PFAS14057 %

Aktualität: 104 Städte mit neuestem Wert aus 2026, 129 Städte mit neuestem Wert aus 2025, 11 Städte mit neuestem Wert aus 2024, 1 Stadt mit neuestem Wert aus 2020. Älter als 2025: Freiburg im Breisgau (01.05.2020), Hanau (01.01.2024), Rüsselsheim am Main (06.09.2024), Kassel (22.10.2024), Dortmund (31.12.2024), Leipzig (31.12.2024), Ludwigsburg (31.12.2024), Münster (31.12.2024), Neu-Ulm (31.12.2024), Tübingen (31.12.2024), Ulm (31.12.2024), Würzburg (31.12.2024).

So ist der Report entstanden

Grundlage sind dieselben Werte wie auf den Stadtseiten und in den offenen Daten. Verteilungen (Median, Härtebereiche) beruhen je Stadt auf dem Hauptwasser; bekommt eine Stadt je nach Adresse unterschiedliches Wasser, berücksichtigen die Listen mit Einzelwerten alle Wässer. Werte unter der Bestimmungsgrenze zählen als „nicht nachweisbar“, nicht als Zahl. Die Grenzwerte stammen aus der Trinkwasserverordnung vom 20. Juni 2023. Härtebereiche nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz: weich unter 8,4 °dH, mittel bis 14 °dH, hart darüber. Mehr zur Prüfung der Quellen: Methodik.

Zitiervorschlag:

Trinkwassermonitor (2026): Trinkwasser-Report 2026. Auswertung der Prüfberichte von 245 Städten, Datenstand 23.09.2026. https://trinkwassermonitor.ink/downloads/trinkwasser-report-2026/

Häufige Fragen

Gilt der Report für ganz Deutschland?

Nein. Er wertet die 245 Städte aus, für die wir einen datierten Prüfbericht des Wasserversorgers geprüft haben. Das ist keine repräsentative Stichprobe; Aussagen gelten für diese Städte.

Heißt „kein Grenzwert überschritten“, dass das Wasser bei mir einwandfrei ist?

Die Werte gelten für das Wasser ab Wasserwerk. Blei, Kupfer und einige andere Stoffe können in alten Leitungen im Haus zunehmen. Das erfasst der Prüfbericht des Versorgers nicht; Klarheit gibt eine Probe am eigenen Wasserhahn.

Darf ich die Zahlen verwenden?

Ja. Die Messdaten stehen unter CC BY 4.0 und lassen sich als CSV und JSON herunterladen. Bitte nennen Sie die Quelle, zum Beispiel: „Trinkwassermonitor (2026): Trinkwasser-Report 2026. Auswertung der Prüfberichte von 245 Städten, Datenstand 23.09.2026. https://trinkwassermonitor.ink/downloads/trinkwasser-report-2026/“

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