PFAS ist der Oberbegriff für über 10.000 Substanzen. PFOA und PFOS sind die bekanntesten – und gefährlichsten – davon. Doch in der öffentlichen Diskussion werden die Begriffe oft durcheinandergeworfen. Diese Erklärung räumt auf.

Was bedeuten die Abkürzungen?

PFOA = Perfluoroctansäure (Perfluorooctanoic Acid)

PFOS = Perfluoroctansulfonsäure (Perfluorooctane Sulfonate)

Beide gehören zur Gruppe der langkettigen PFAS (≥8 Kohlenstoffatome in der Fluorkette). Das macht sie besonders persistent – sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab.

Die wichtigsten Unterschiede

EigenschaftPFOAPFOS
Chemische KlasseCarbonsäureSulfonsäure
HauptverwendungTeflon-Produktion (Gore-Tex, Pfannen)Feuerlöschschaum (AFFF), Textilimprägnierung
PersistenzExtrem hochExtrem hoch
BioakkumulationHoch (Leber)Sehr hoch (Leber, Blut)
IARC-KlassifikationGruppe 1 (krebserregend)Gruppe 1 (krebserregend)
Verboten seitEU: 2020EU: 2009
Grenzwert TrinkwV 20264 ng/L (Einzelstoff)4 ng/L (Einzelstoff)

Woher kommen PFOA und PFOS?

PFOA: Die Teflon-Verbindung

PFOA wurde jahrzehntelang bei der Herstellung von PTFE (Teflon) verwendet. Betroffen:

PFOS: Die Löschschaum-Verbindung

PFOS war Hauptbestandteil von AFFF-Feuerlöschmitteln (Aqueous Film Forming Foam). Diese wurden eingesetzt:

Die Böden und das Grundwasser rund um Flughäfen und Militärgelände sind deshalb häufig die am stärksten PFOS-belasteten Standorte in Deutschland.

Gesundheitsrisiken im Vergleich

Beide Stoffe wurden von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) 2023 als krebserregend für den Menschen (Gruppe 1) eingestuft.

PFOA: Besonders mit Nierenkrebs assoziiert

Studien an Arbeitern in Produktionsstandorten (z.B. DuPont-Werk in den USA) zeigen erhöhte Raten von:

PFOS: Stärker bioakkumulierend

PFOS akkumuliert stärker in Leber und Blutserum. Es wird mit folgenden Erkrankungen in Verbindung gebracht:

Die Grenzwerte der TrinkwV im Detail

Die TrinkwV kennt zwei gestaffelte Summenparameter für PFAS:

PFAS-20 Summe ≤ 100 ng/L (0,10 µg/L) – seit 12. Januar 2026 in Kraft

Umfasst 20 besonders relevante PFAS-Einzelstoffe. Das ist der aktuell geltende, bindende Grenzwert.

PFAS-4 Summe ≤ 20 ng/L (0,020 µg/L) – ab 12. Januar 2028

Umfasst: PFOA + PFOS + PFNA + PFHxS. Dieser strengere Zusatzwert kommt erst 2028 hinzu; bis dahin ist er noch nicht bindend.

Was Sie konkret tun können

Wenn Sie in einer Risikoregion wohnen (Flughafen, Militär, Chemie):

  1. PLZ-Analyse durchführen
  2. Beim Wasserversorger PFOA- und PFOS-Werte anfragen
  3. Liegt ein Wert nahe am Grenzwert: Eine Umkehrosmose senkt PFAS am stärksten, in einer US-Studie um 94 % oder mehr (Herkert et al. 2020); auf NSF/ANSI 58 achten

Bei normaler regionaler Lage:

Fazit

PFOA und PFOS sind die bekanntesten und am besten erforschten PFAS-Vertreter. Beide sind verboten, aber beide sind noch überall messbar – weil sie sich nicht abbauen. Der seit Januar 2026 geltende PFAS-20-Grenzwert setzt hier erstmals scharfe Maßstäbe, ein noch strengerer PFAS-4-Wert folgt 2028. Wer seinen PLZ-Check kennt und bei Bedarf filtert, ist bestens aufgestellt.

Weiterführend: PFAS im Trinkwasser – Grundlagen | PFAS-Grenzwerte Deutschland EU-Vergleich | Wasserfilter gegen PFAS | Filter für Mieter ohne Installation | PLZ-Analyse starten