Kurz gesagt

Leitungswasser ist in Deutschland auch für Kinder in der Regel eine gute Wahl. Worauf Eltern achten sollten, sind vor allem drei Punkte: alte Bleileitungen im Haus, Nitrat bei Säuglingen und die PFAS-Werte des Versorgers.

Blei: der wichtigste Punkt im Altbau

Laut Weltgesundheitsorganisation gibt es keine Bleibelastung, die bekanntermaßen ohne schädliche Wirkung ist; Blei kann die Gehirnentwicklung von Kindern dauerhaft beeinträchtigen (WHO, Stand 10.06.2026). Für Säuglinge und Kinder bis sechs Jahre ist Wasser aus Bleileitungen nach dem Umweltbundesamt „als Trinkwasser immer ungeeignet“ (UBA).

Nitrat: wichtig für Säuglinge

Bei jungen Säuglingen kann zu viel Nitrat den Sauerstofftransport im Blut stören (Methämoglobinämie). Für Leitungswasser gilt der Grenzwert von 50 mg/L; die meisten Versorger liegen deutlich darunter. Frisches Leitungswasser ist in Deutschland im Allgemeinen gut für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit). Mehr dazu: Wasser für Babynahrung.

PFAS: warum der Grenzwert für Kinder zählt

Die EFSA hat ihren Richtwert für PFAS 2020 aus Studien abgeleitet, in denen Kinder mit höherer PFAS-Belastung schwächer auf Impfungen reagierten. Deshalb ist der Wert Ihres Versorgers für Familien besonders interessant. Er steht auf den Stadtseiten und auf der PFAS-Karte.

Was Eltern konkret tun können

  1. Die geprüften Werte kennen: über die PLZ-Suche oder die Trinkwasseranalyse des Versorgers.
  2. Stehendes Wasser ablaufen lassen, bis es kühl aus der Leitung kommt.
  3. Nur kaltes Wasser zum Trinken und Kochen verwenden.
  4. Das Baujahr des Hauses klären; als Mieter den Vermieter nach Bleileitungen fragen.
  5. Keinen Filter auf Verdacht kaufen: Bei unauffälligen Werten ist er nicht nötig, für Babynahrung soll kein Filterwasser verwendet werden.

Rechenbeispiel: Wie viel PFAS nimmt ein Kind über das Trinkwasser auf?

Formel:

Tägliche Aufnahme = (Trinkmenge in L × PFAS-Konzentration) ÷ Körpergewicht

Beispiel (5-jähriges Kind, 20 kg, etwa 0,8 L Wasser am Tag):

Zum Vergleich: Die EFSA hat 2020 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) von 4,4 ng pro kg Körpergewicht und Woche für die Summe aus PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS abgeleitet – das sind rund 0,63 ng/kg pro Tag (EFSA Journal 2020;18(9):6223). Dieser Wert gilt für die gesamte Aufnahme aus Nahrung und Wasser, nicht nur für das Trinkwasser.

Das Beispiel zeigt: Entscheidend ist der tatsächliche Wert Ihres Wasserversorgers. Die geprüften PFAS-Werte vieler Städte finden Sie auf den Stadtseiten und auf der PFAS-Karte.

Fazit

Vorsorge bedeutet für Eltern vor allem: den geprüften Wert des eigenen Versorgers kennen und im Altbau die Hausinstallation auf Blei prüfen lassen. Ein Filter ersetzt diese Information nicht und ist in den meisten Fällen nicht nötig.