Kurz gesagt
Trinkwasser wird in Deutschland „intensiv durch die Wasserversorger geprüft und von den Gesundheitsämtern überwacht“ (Umweltbundesamt). In der Schwangerschaft können Sie Leitungswasser deshalb in der Regel bedenkenlos trinken. Die wichtigste Ausnahme sind Bleileitungen im Haus.
Blei: die wichtigste Ausnahme
Für Schwangere, Säuglinge und Kinder bis sechs Jahre ist Wasser aus Bleileitungen nach dem Umweltbundesamt „als Trinkwasser immer ungeeignet“ (UBA, Stand 04.08.2026).
- Bleileitungen gibt es vor allem in Häusern, die vor 1973 gebaut wurden. Nach der Trinkwasserverordnung mussten sie bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden.
- Ob es in Ihrem Haus noch welche gibt, klären Sie mit der Checkliste zu Bleirohren und einer Laboranalyse; das Gesundheitsamt nennt geeignete Labore.
- Ein Filter ist keine Lösung: „Die Anwendung von Filtern zur Bleientfernung ist nicht sinnvoll“ (UBA).
- Als Mieterin wenden Sie sich an den Vermieter; die Schritte stehen im Mieter-Hub.
Stehendes Wasser
Hat Wasser mehrere Stunden in der Leitung gestanden, lassen Sie es ablaufen, bis es kühl aus der Leitung kommt. Das empfiehlt das Umweltbundesamt allgemein, nicht nur in der Schwangerschaft.
PFAS
PFAS sind sehr langlebige Industriechemikalien, die über die Plazenta zum Kind gelangen können. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat 2020 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 4,4 ng pro kg Körpergewicht für die Summe aus PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS festgelegt (EFSA Journal 2020;18(9):6223); der Wert gilt für Nahrung und Wasser zusammen. Im Trinkwasser gilt seit 2026 ein Grenzwert, ab 2028 ein strengerer. Den geprüften Wert Ihres Versorgers zeigt die PLZ-Suche; mehr zum Thema: PFAS im Trinkwasser.
Nitrat
Für Nitrat gilt ein Grenzwert von 50 mg/L. Besonders wichtig ist er für Säuglinge; die meisten Versorger liegen deutlich darunter. Ihren Wert finden Sie ebenfalls über die PLZ-Suche.
Was Sie nicht brauchen
- Einen Wasserfilter: Bei unauffälligen Werten ist er nicht nötig, gegen Blei ist er nicht sinnvoll, und ungewartete Filter können verkeimen (Verbraucherzentrale).
- Flaschenwasser als „sicherere“ Alternative: Leitungswasser ist mindestens so streng geregelt.
Wie viel Sie in der Schwangerschaft trinken sollten, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Frauenarztpraxis.
Fazit
Leitungswasser ist in der Schwangerschaft in Deutschland in aller Regel eine gute Wahl. Klären Sie, ob Ihr Haus Bleileitungen hat, und kennen Sie die Werte Ihres Versorgers – mehr braucht es meist nicht.